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  Eingestellt an Maria Empfängnis anno 2017 von fh; Verfasst um 1955 von Norbert Horn (1911-1986);
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Vorwort
  Ja, es gibt sie immer noch, Dorchheimer die an dem wohl ältesten, noch aktiven Brauch unseres Dorfes festhalten, nämlich dem Gang an Weihnachten auf den Blasiusberg zur Hirtenmette und so ist der Monat mit dem altdeutschen Namen "Heilagmanoth (heiliger Monat)", in dem, auf diesem Berg, schon unsere Heidnischen Vorfahren die Wiedergeburt des Lichtes feierten, wohl der richtige Monat für den nachfolgenden Artikel. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 Weihnachten und das vielleicht höchste heidnische Fest der Wintersommerwende am gleichen Tag begangen wurden, getreu nach dem kirchlichen Motto "Ein hohes heidnisches Fest zu überlagern funktioniert besser, als es nur zu verbieten".
  Wer einmal auf dem schneebedeckten Berg dieser Messe zu ehren Christi Geburt, in der überfüllten, nur mit Kerzenschein erhellten Blasiuskapelle, beiwohnen durfte, der kann sich nur schwerlich der Mystik dieses Ortes entziehen, dem Ort, der schon bei Kelten und Germanen von großer religiöser Bedeutung war.
  Spätestens beim Eingangslied "Stille Nacht, Heilige Nacht", stellt sich dieses unbeschreibliche, ehrfurchtvolle und weihnachtliche Gefühl einer Heiligen Nacht ein, zu dem die Musikanten aus dem Elbbachtal nicht unerheblich beitragen und spätestens jetzt denkt man, das frühe Aufstehen, der Weg auf den Berg, es hat sich gelohnt.
  Der Spirituelle Höhepunkt dieser hl. Messe ist dann erreicht, wenn aus allen Kehlen und mit Glockenklang und Schellengeläut zusätzlich untermauert, das Lied "Großer Gott wir loben Dich" ertönt und spätestens jetzt stimmen auch diejenigen mit ein, die vor der Kirche frieren, da sie drinnen keinen Platz mehr gefunden haben.
  Ob sich, im Zeichen des Klimawandels, unsere Nachfahren noch dieses Erlebnisses in winterlicher Pracht und Stimmung erfreuen dürfen, ist mehr als fraglich, wo sich der Berg doch schon in unseren Tagen immer seltener in seinem weißen Kleid sich präsentiert. Schon für uns ist es nicht mehr vorstellbar wie beschwerlich der Weg, nachts, bei Eis und Schneegestöber, für unsere Vorfahren war.


Inhaltsverzeichnis:

1. Wetterwolken über der Blasiuskirche

Ein Beitrag über die Geschichte der Pfarrei Frickhofen von Norbert Horn (1911-1986)

2. Ergänzungen, Erläuterungen und Notizen


3. Auszug aus "Historische Topographie des Herzogthums Nassau"

von Christian Daniel Vogel (gedruckt 1836)



 Wetterwolken über der Blasiuskirche

Ein Beitrag über die Geschichte der Pfarrei Frickhofen

von Norbert Horn (1911-1986)


"Gedenke Pilger, du gehst den Weg deiner Ahnen"
dieses Wegkreuz auf dem Blasiusberg kann emotionen auslösen. (hf)
  Aus den Bäumen eines bewaldeten Randberges, der mit drei Steilseiten 400 Meter hoch emporragt, schaut die Blasiuskirche schlicht und einfach auf die fruchtbaren Fluren des Elbtales hinab, und das äußere Bild des bescheidenen Bauwerkes erweckt durchaus nicht den Eindruck, daß sich hier im Ablauf vieler Menschenalter der Brennpunkt des religiösen Lebens für die gesamte Gegend befunden hat. Die heutige Wallfahrtsstätte ist einst die Mutterkirche für die Orte Auenrode, Dorchheim, Dorndorf Frickhofen, Gernbach, Langendernbach, Mühlbach, Oberludenhausen, Sleide und Waldmannshausen gewesen, und der nächtliche Gang zur Christmette, der heute noch in den früheren Filialgemeinden üblich ist, bewahrt bis zur Gegenwart eine letzte Erinnerung an den ehemaligen Zusammenhang.

  Ursprung und erste Geschichte des Gotteshauses liegen im Dunkel der schriftlosen Zeit verborgen und sind von der Sage, die bis ins vorige Jahrhundert von Ahn zu Enkel weitergegeben wird, mit bunten Fäden übersponnen Zahlreiche Siedlungsspuren in verschiedenen und vieldeutigen Formen zeigen, daß die Überlieferung, die den Blasiusberg mit der feurigen Lohe der untergehenden Dornburg beleuchtet, auf einer tatsächlichen Erlebnisschicht unserer Vorfahren emporgewachsen ist. Aber die häufig bejahte Frage, ob sich hier Sendboten des Christentums die Kultstätte einer germanischen Sippe dem neuen Glauben dienstbar gemacht haben, kann bei dem heutigen Stand des Wissens nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Es berührt allerdings ganz eigentümlich, daß der Mittelpunkt einer Pfarrei fern von den zugehörigen Dörfern am Rande des Gebietes anzutreffen ist, und es mögen auch für das glaubensstarke Mittelalter besondere Grunde vorgelegen haben, um das Opfer eines sehr beschwerlichen Weges für Taufe, Begräbnis und Gottesdienst in Hitze und Kälte auf sich zu nehmen.

  Genauso unbestimmbar wie die tiefere Ursache und die genaue Bauzeit ist auch der Anlaß, weshalb das Gotteshaus einen recht ungewöhnlichen Namen trägt. Die Wahl des Kirchenpatrons erfolgt nämlich in der Regel durchaus nicht unwillkürlich, sondern richtet sich nach bestimmten Gesetzen, in denen private Neigung und allgemeine Frömmigkeit eines Zeitalters zum Ausdruck kommen. Nun hat zwar die Verehrung des heiligen Blasius, auf den nur ein dürftiges Licht aus wenigen Legenden fällt, im religiösen Leben des Volkes eine besondere Stellung gewonnen. Aber dabei ist zu beachten, daß der Blutzeuge aus dem Morgenland erst im Anschluß an die furchtbaren Erlebnisse bei der ersten Pestwelle seinen Platz unter den vierzehn Nothelfern gefunden hat, und der fromme Brauch des Halssegens an seinem Festtag vor dem 15. Jahrhundert in Deutschland völlig unbekannt ist. Zu dieser Zeit jedoch haben Berg und Kirche längst den heutigen Namen erhalten, und es bleibt ein Rätsel, auf welche Weise der ziemlich unbekannte Bischof von Sebaste, der auch als Taufheiliger im Elbgebiet wenig beliebt gewesen ist, zum Schutzpatron für eine der ältesten Kirchen im Westerwald geworden ist.

Blasiuskapelle in abendlicher Spätherbst-Stimmumg. (hf)
  Auch das äußere Bild des Gotteshauses, wie es sich heute dem Auge bietet, ist nach dem Brande im vorigen Jahrhundert als Anhaltspunkt für die Bauzeit oder gar für die Entstehung der Pfarrei nur mit Vorsicht zu bewerten. Man scheint jedoch bei der damaligen Instandsetzung nicht allzu weit von dem ursprünglichen Plan abgewichen zu sein, und mit den unverkennbaren Merkmalen des romanischen Stiles steht die Angabe, daß das Gotteshaus bereits im Jahre 1059 bestanden hat, nicht im Widerspruch. Aber der sichere Boden eines wirklichen Wissens, welche Aufgabe man der Blasiuskirche im religiösen Leben gestellt hat wird erst durch Urkunden aus der Frühe des 13. Jahrhunderts erreicht. Damals hat sich der große Bezirk, der dem Stift Dietkirchen zur Seelsorge anvertraut ist, beim Anstieg der Bevölkerung aufgelöst, und auch auf dem Lande entstehen echte Pfarreien mit ortsansässigen Geistlichen, dauerhaften Grenzen und bestimmten Einkünften.

  Die Geistlichen am Lubentiusaltar jedoch stehen unter nassauischer Schirmvogtei, und so ist es zu erklären, daß Graf Heinrich das Recht besitzt, das Eigentum der Blasiuskirche zu verwalten und den jeweiligen Priester vorzuschlagen. Als nun sein Bruder Ruppert in den Deutschen Ritterorden eintritt, verzichtet der Patronatsherr im Jahre 1231 auf seine einträglichen Befugnisse und schenkt das Gotteshaus den streitbaren Vorkämpfern gegen Heiden und Sarazenen. Der Adel des Elbtales ist aber von diesem Vorgang aus verständlichen Gründen wenig erbaut. Kirchen und Zehnten, die dazu gehören, sind nämlich ein begehrtes Lehnsgut, und Frickhofen nebst drei anderen Dörfern weist nach dem Abzug der Ausgaben für die Bedürfnisse des Priesters und den Unterhalt des Baues immer noch den hohen Überschuß von 11,5 Mark Silber auf. Der Ritterorden jedoch kennt keine Lehnsträger, und so sieht man an den vielen Orten zwischen Lahn und Nister, in denen Edelleute ansässig sind, die Möglichkeit zur Mehrung des eigenen Besitzes schwinden. Es erweckt daher in mancher Familie lebhaften Widerhall, daß Graf Otto um die gleiche Zeit, in der Pfarrer Walther in der Blasiuskirche als Seelsorger wirkt, die Schenkung seines verstorbenen Vaters für erschlichen und somit für rechtsungültig erklärt.

  Hier zeigt sich, wie so oft, daß das Gesicht des Mittelalters zwiespältig ist und entsagungsvolle Frömmigkeit und handfestes Besitzdenken zu vereinen vermag. Verhandlungen in Güte über Dinge, die eine verschiedene Auslegung zulassen, scheinen des Grafen nicht der zweckmäßige Weg zu sein, um sein Recht, oder das was er dafür hält, zu erlangen. Er nutzt vielmehr seine überlegene Waffengewalt aus, dringt plündernd mit räuberischen Scharen in die Dörfer ein und nimmt seinem Gegner rund 450 Doppelzentner Roggen und über 200 Doppelzentner Hafer weg. Auf die Klage des Ordens hin, wird er im Jahre 1285 nebst seinem Sohn Heinrich, den Rittern Ludwig von Waldmannshausen und Heinrich von Heuchelheim sowie zehn weiteren Edelleuten durch den Abt des Klosters St. Pantaleon in Köln aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Wenn diese Strafe nicht wirkt und der Schaden der Pfarreien Frickhofen und Niederzeuzheim nicht ersetzt wird, so soll an allen Orten, wo sich der Graf mit seinen Helfern aufhält, kein Kind mehr getauft, kein Grab mehr geweiht, kein Hochzeitspaar mehr getraut werden und überhaupt jede priesterliche Tätigkeit unterbleiben (Interdikt!).

  Aber die geistlichen Waffen sind bereits durch allzu häufigen und manchmal ungerechtfertigten Gebrauch ziemlich stumpf geworden und so geht der Streit, der auch noch weitere Punkte der Schenkung erfaßt, zwei Jahre hindurch seinen alten Gang. Als endlich unter dem Erzbischof von Köln ein verbindlicher Schiedsspruch gefällt wird, da zeigt sich, daß die Einkünfte der Pfarrei, die im Jahre 1287 endgültig dem Orden zugesprochen werden, schon erheblich zusammengeschmolzen sind. Lediglich die Zehnten in Auenrode, Frickhofen und Mühlbach gehören noch zum Kirchengut, während von den sieben übrigen Orten keine Rede mehr ist. Aus den Besitzverhältnissen, die sich 50 Jahre später feststellen lassen, geht hervor, daß die Grafen von Diez in Dorndorf und die Herren von Westerburg in Dorchheim und Waldmannshausen diese Steuer dem ursprünglichen Zweck entfremdet haben.

  Abgesehen von solcher Einbuße kann der Orden mit dem Ausgang der Verhandlungen zufrieden sein und legt die Urkunde, die neben anderen Personen weltlichen und geistlichen Standes durch Ritter Reinhold von Thalheim beglaubigt wird, beruhigt in sein Archiv. Am Anfang des 14. Jahrhunderts aber entstehen neue Zwistigkeiten ganz anderer Art. Das Mainzer Ordenshaus tritt im Jahre 1312 als Patronatsherr der Blasiuskirche auf und muß wenig später erleben, daß die Abtei Marienstatt eine Gefahr für einen Teil seiner Rechte bedeutet. Ein Mönch des Klosters nimmt nämlich in der Kapelle der Filialgemeinde Dorchheim priesterliche Handlungen vor, die den Pfarrechten zu widersprechen scheinen. Gerade damals jedoch, als sich Hadamar von Niederzeuzheim trennt, sind die Seelsorger an den Mutterkirchen bei solchen Vorkommnissen sehr wachsam. Besonders in Dorchheim, wo Marienstatt das Patronat über die Nikolauskirche hat, ist Vorsicht geboten, und außerdem will sich der zuständige Pfarrer, der allein an den Erzbischof von Trier jährlich 2 Pfund, 4 Solidus und 8 Heller zu entrichten hat, die üblichen Stolgebühren nicht schmälern lassen. Auf den berechtigten Einspruch hin schränken die Zisterzienser ihre Tätigkeit ein, und gleichzeitig wird die Blasiuskirche dem Mainzer Ordenshaus inkorporiert. Damit ist diese Untergliederung der Deutschritter zum eigentlichen Pfarrer geworden, und der Leutpriester, der wirklich die Seelsorge versieht, handelt nur als Stellvertreter in fremdem Auftrag.   Während die bisherigen Streitigkeiten aus der Abwehr äußerer Ansprüche entstehen, bildet sich im 15. Jahrhundert innerhalb der Pfarrei selbst eine Quelle unerfreulicher Vorkommnisse. Seit Peter von Staffel im Jahre 1447 als Seelsorger tätig ist, mischen sich in die Klänge der Glocke, die Tilmann von Hachenburg drei Jahre vorher für die Blasiuskirche gegossen hat, zeitweilig sehr grelle Mißtöne. Zunächst handelt es sich um die Frage, ob die Zehntgarben, die von den Äckern der Wüstung Auenrode und einigen Gemarkungsteilen Frickhofens stammen, zu den Einkünften des Seelsorgers zu rechnen sind oder ob sie den Bedürfnissen der Kirche zu dienen haben. Pfarrer und Kirchenvorstand sind darüber genau entgegengesetzter Meinung, und ihr Zwist greift durch eine andere Angelegenheit auch noch auf weite Kreise über. Viele Geistliche in jener Zeit besitzen nämlich genauso wie ihre Gläubigen eigene landwirtschaftliche Betriebe, und Peter von Staffel besteht daher nachdrücklich auf den ergiebigen Weidegang für Schweineherden unter den Eichen und Buchen der Dornburg. Mit seiner Forderung sind jedoch die Bauern, die in der dortigen Mark Gernbach Nutzungsrechte haben, bei weitem nicht einverstanden, und als sich beide Parteien nicht einigen können, müssen schließlich Beamte der Herrschaft Ellar im Jahre 1464 im Pfarrhaus zu Niederzeuzheim den langwierigen Streit durch einen Schiedsspruch schlichten.

  Der Vorfall zeigt, daß die Stellung eines Leutpriesters im 15. Jahrhundert wenig beneidenswert ist. Obwohl der Geistliche an der Blasiuskirche dem Erzbischof von Trier sowie dem Archidiakon in Dietkirchen zu Gehorsam verpflichtet ist und im Jahre 1471 dem Schatzmeister des Deutschen Ritterorden zu Frankfurt den Eid der Treue leistet, findet er gegen seine widerspenstigen Pfarrkinder keinerlei Unterstützung und muß sich dem Machtwort weltlicher Behörden fügen. Es ist nur ein leerer Brauch und längst kein Sinnbild des inneren Zusammenhangs mehr, daß sich die Männer die Zent Blasiusberg, die den gleichen Umfang wie die Pfarrei hat, zu Beratung und Beschluß an festgesetzten Zeiten neben dem Gotteshaus versammeln. Im öffentlichen Leben spielt der niedere Klerus damals nur noch eine sehr bescheidene Rolle, und wenn Pfarrer Friedrich, der im Jahre 1495 die Blasiuskirche betreut, bei der Abfassung einer Urkunde für den Zent Schuppach mitwirkt, so bestätigt diese Ausnahme nur die gültige Regel. (hn)



 Ergänzungen, Erläuterungen und Notizen

Wotan wird zu Michael. Aus der Mal- und Opferstätte der Wotans Diener auf dem Clesberg (später Blasiusberg genannt) wird zwischen 700 und 800 n. Chr. der Mittelpunkt des neuen Glaubens im heimischen Raum, mit einer Kapelle, die dem dem hl. Michael geweiht ist. Interessant ist, wie sich die Aufgaben von Wotan und Michael gleichen. Ersterer begleitet die Seelen der Germanen nach Walhall, aber auch der Schutzpatron der Schwertkämpfer, der Erzengel Michael, kümmert sich um die Seelen der Toten, Zufall? Wohl kaum, zumal sich der "alte" Glaube im heimischen Raum recht lange behaupten konnte.

Dieses Bild mit dem Wappen des ersten Hochmeisters des Deutschen Ordens wurde 1585 gedruckt. Die Ähnlichkeit mit dem der Wappen der Waldmannshäuser Walpoden ist Augenscheinlich.
Siehe Elbtaler Wappen
Der deutsche Orden und der (Ec)Cles(ia)berg. Der Trierer Erzbischof Theoderich von Wied (*1170; +1242), Erbauer der Burg Montabaur und zeitweise Gefangener von Heinrich dem Reichen von Nassau (*ca.1190; +ca.1251), hatte die Ordensritter 1216 nach Koblenz gerufen, hier kann man heute noch das Deutschherrenhaus am Deutschen Eck bewundern und von hier aus wurden auch die Besitztümer des Deutschen Ordens in unserer Heimat verwaltet. 1231 bekam der Orden den Clesberg mit dem, nach dem Berg benannten, Zehnten Clesberg und seiner Kirche, von Heinrich dem Reichen von Nassau geschenkt (Heinrichs Vater Walram I. von Nassau hatte am 3. Kreuzzug, dem Kreuzzug der zur Gründung des Deutschen Orden führte, teilgenommen). Es handelte sich um eine größere Schenkung im heimischen Raum und der Clesberg war nur ein kleiner Teil davon. Die Schenkung beinhaltete neben der Kirche und deren Rechte auch die nur wenige Meter nördlich von ihr gelegene Burg, diese fiel dem Basaltabbau zum Opfer. Über den baulichen Zustand der Burg bei der Übernahme durch die Ordensbrüder, ist uns scheinbar nicht überliefert.
Bei der Gründung des Deutschen Ordens, im Jahr 1198 in Akkon, war sein erster Hochmeister Heinrich Walpot, dieser stammte wahrscheinlich aus Waldmannshausen und starb ca. 1200. Kann es Zufall sein, dass ca. 31 Jahre nach dem Tot ihres ersten Hochmeisters dieser Orden den Clesberg von Heinrich dem Reichen von Nassau geschenkt bekam, wo Waldmanshausen und der Clesberg gerade mal 2 km auseinander liegen? Der Enkel des Nassauischen Kreuzzugteilnehmers Walram, Rupert von Nassau, war zwar auch in den Orden eingetreten und die Angst um das eigene Seelenheil hatte Hochkonjunktur, aber ist dies die alleinige Begründung für die Schenkung von 1231 in unserer Heimat oder lässt sich hier sogar im Umkehrschluss wieder ein Indiz dafür finden, dass der erste Hochmeister des Deutschen Ordens aus Waldmannshausen kam?
Seit der Reformation waren die Nassauer wieder im Besitz des Berges, die Kapelle auf ihm war zwischenzeitlich dem Bischof von Sebaste geweiht worden, und am 21.6.1657 verkaufte Fürst Moritz Heinrich von Nassau-Hadamar, für 105 Reichstaler, den Blasiusberg an die Gemeinde Frickhofen.
Der Trierer Erzbischof Theoderich von Wied (*1170; +1242), Erbauer der Burg Montabaur und zeitweise Gefangener von Heinrich dem Reichen von Nassau (*ca.1190; +ca.1251), hatte die Ordensritter 1216 nach Koblenz gerufen und hier kann man heute noch das Deutschherrenhaus am Deutschen Eck bewundern und von hier wurden auch die Besitztümer des Deutschen Ordens in unserer Heimat verwaltet.

Oberludenhausen, in der Gemarkung Dorndorf vermutet, in der Gemarkung Salz gibt es den Flurnamen Hauserfeld. 1323, 47 und 68 wird eine Kornrente an das Kloster Eberbach erwähnt. heißt es: in Obirlendirhusen situm prope Dorindorf

Sleide ist ein Dorf bei Dorndorf ungefähr an der Stelle wo heute die Schlaudermühle steht. Das Dorf war der Rittersitz der Herren von Schlauden (Sleide). Um 1207 finden wir einen Laienbruder des Kloster Eberbach aus dem Geschlecht derer von Sleide an der Dorchheimer Kapelle wieder (siehe Ersterwähnung Dorchheims).

Auenrode (Obentraut) Wüstung am Hang der Dornburg, Richtung Langendernbach. Aus Obertraut stammte wahrschheinlich (muss noch genauer recherchiert werden) auch Johann Bartels von Obentraut, der Vater des berümten Hans Michel Elias (Deutscher Michel) und Johann Bartels war es auch der seinen ererbten Herrenhof in Langedernbach, das Hofhaus, an Junker Johann von Welchenengsten, genannt Bernkott verkaufte.

Gernbach Wüstung, in der Gemarkung Frickhofen erinnern noch die Namen "Grube Gernbacher Wiese, Flurname Gernbacher Feld" an den Ort.

Die ehemalige Klosterkirche St. Pantaleon in Köln beherbergt die sterblichen Überreste der Byzantinischen Prinzessin Theophanu +991 und gehöhrt zu den zwölf großen romanischen Kirchen in Köln.



 Auszug aus "Historische Topographie des Herzogthums Nassau"

von Christian Daniel Vogel gedruckt im Jahr 1836


Das Gericht oder die Zente Blesenberg. (Seite 192)
  Die auf der Höhe des Berges isoliert gelegene Kirche des heil. Blasius gab ihm seinen Namen, weil ursprünglich neben derselben das Gericht gehegt wurde. Die früheren Schriftsteller zählten diese Kirche zu den ältesten des Landes, was auch manche Wahrscheinlichkeitsgründe für sich hat, nur fehlet es an einem direkten Beweise. Das Volk hegte in früheren Zeiten eine schwärmerische Verehrung für diese Kirche. Sie kommt zuerst 1231 vor, wo sie Graf Heinrich der Reiche von Nassau an den deutschen Orden schenkt. Dessen Sohn Otto nahm ihre Zehnten zu Fridekode, Auenrode, einem ausgegangenen Dorfe, Mulebach und Huchelheim in Anspruch. Sie wurde aber 1287 dem Orden zugesprochen. Diese Kirche blieb bis zum vorigen Jahrhundert, wo in Frickhofen die jetzige gebaut wurde, die Parkirche für das ganze Kirchspiel. Ganz in der Nähe auf einer Bergebene liegt die Dornburg, die noch Rudera von vormittelalterlichen Gebäuden und Verschanzungen aufweiset, und wo von Zeit zu Zeit alte Münzen gefunden werden. Sie steht in Verbindung mit einer Art Pfahlgraben. Entstehung und Zweck derselben ist noch unaufgelichtet.
  Frickhofen, Kirchdorf. Hier hatten die von Sottenbach einen 1449 an die von Ottenstein gekommenen Hof und die von Mudersbach den Klehhof als Eppensteiner Lehen.
  Dorndorf, (Torndorph), kommt schon 772 in den Lorscher Traditionen vor. Hier hatten die Adligen von Dorendorf, die von 1190 bis 1397 vorkommen, ihre Burg, die 1297 noch bestand und damals von Daniel von Elkershausen besessen wurde. Die von Dern, Elkershausen und Dorndorf verkauften 1292, 96, 97, 1310 und 13 Gülten und Höfe hier an die Abtei Marienstat
  Oberludenhausen, ausgegangenes Dorf, nahe bei Dorndorf gelegen, wovon sich 1244 ein Adliger nennt, und wo das Kloster Eberbach 1323, 47 und 68 eine Kornrente hatte.
  Sleide, ein verschwundenes Dorf, worin die von Werdorf 1310 all ihre Güter an den Wäppeling Albert von Sleide verkaufen. Ein Ritter Widerold von Sleide kommt 1257 in einer Westerburger Urkunde vor.
  Langendernbach. Der Graf Gebhard schenkt 879 dem Sifte in Gemünden einen Hof in Derembach. Dieses Stift zog auch noch 1612 den Zehnten hier, und der Ort gehörte wohl ursprünglich zu dessen Kirchengebiete. Andreas und Bernhard von Dernbach verkauften 1360 ihre Güter hier an Seligenstat. Die von Holzappel besonders aber die Vole von Irmtraud waren hier angesessen. Die lezteren hatten hier einen Burgsitz, der noch jetzt besteht, den Volenhof genannt, den die von Irmtraut an die von Berkot genannt Welschenengst verpfändet hatten und welche Pfandschaft 1638 an Nassau-Hadamar überging. Auch die von Quernheimsiche Besizung ging an Nassau über.
  Gernbach, ein verschwundener Hof, wo die von Holzappel angesessen waren.
  Waldmannshausen, war der Waltbotenhof der Grafschaft Diez, deren Inhaber das sehr einträgliche Waltbodenamt bekleideten. Die Besizer desselben die von Waltmaneshusen kommen von 1100 bis 1624 vor. Eine Nebenlinie bildeten die Waltboten von Waldmannshausen von 1292 bis 1472, wo sie ausstarben und ihre Besizungen mit dem Waltbotenamte auf die von Lewenstein und die Weiher von Nickendich vererbten. Von den lezteren kam die Burg, deren Ruinen noch vorhanden sind, um 1500 an eine Linie der von Reifenberg. Die Waltboten hatten selbst einen nicht unansehnlichen Lehnhof, da sie 1337 dem Grafen Otto von Nassau 16 ihrer Mannen oder adligen Vasallen durch Kauf überlassen. Im 15ten Jahrhundert sezten sich auch die Spricasten von Waltmannshausen, die von 1381 bis 1532 erscheinen, hier fest. Einen großen Hof besaßen im vorigen Jahrhundert die Vogt von Elspe, der an die von Erath kam.
  Mühlbach, (Mulenbach), wo Elise, die Wittwe des Grafen Ruprechts von Nassau um 1194 dem Kloster Eberbach eine Wiese schenkt, und die Waltboten von Pfaffendorf eine Vogtei hatten, die sie mit Herrschaft und Gericht 1486 von Worms zu Lehen trugen, und die 1625 nach ihrem Erlöschen an die von Walderdorf kam.
  Dorchheim, Dorf. Gerlach von Gevarzhain und dessen Gemahlin Imma hatten hier dem Kloster Marienstat Güter geschenkt, worauf der Ritter von Wileberg 1272 gegen eine Abfindung verzichtet. Dieser fügte jener Schenkung noch das Patronat der hiesigen Kapelle bei, daß er bisher besessen, und Marienstat bewirkt dann 1326 beim Kapitel in Ditkirchen die Befreiung dieser Kapelle von allen bischöflichen und Archidiaconatabgaben gegen sechs jährliche Soliden. Seitdem sezte sich dieses Kloster hier fest, und errichtete eine eigene Kellerei, die bis zu seiner Aufhebung bestand. 1518 ertauschte es auch noch vom Stifte in Limburg dessen beide hiesige Höfe. Westerburg hatte 1612 den Zehnten.
  Wilsenrod, (Wilsendenrode). Dem Kloster Seligenstat wurde hier 1100 ein Hof mit dessen Zehnten zu seiner Dotation zugeteilt. 1329 waren die Scherre von Waltmannshausen auch im Besize eines solchen. Der Ort war Westerburgisch und gehörte zum Gericht und Kirchspiel Gemünden, wurde aber 1668 an Nassau abgetreten.