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Hier soll eine Biografie des Heimatforschers Norbert Horn (1911-1986) entstehen.
Christian Rick *1689 Gellershof †1768 Dorchheim
Anna Catharina Franz *? Oberhattert; +1765 Dorch.
min. 12 Kinder Keller im Marienstätterhof in Dorch.
Christian Rick *1723 Dorchheim †1793 Dorchheim
Maria Gertrud Colonia *? Koblenz; † Dorchheim?
Abt Bernhard II Colonia Schwester
Bernhard Rick *1769 Dorchheim †1814 Dorchheim
Geheiratet 1796 in Dorchheim (Schultheiß)
Letzter Keller im Marienstätterhof in Dorchheim
Karl Querrem
Anna Magdalena Kelbinger
Johann Bartholomäus Querrem *1708; †?
Maria Katharina Wüllenweber *1710 Irmtraut; †1785 Irmt
Johann Christian Quernheim *1748 Irmtraut; †1816
Anna Katharina Daum
Karl war mit hoher
Wahrscheinlichkeit ein
Ur- Ur-Enkel der
Christine von Diez
und damit ein
Ur- Ur- Ur-Enkel von
Pzin. Anna von Sachsen

Stammbaum
Norbert Horn

Johann Georg
Horn
*1783
Oberzeuzh?
†?
?
Katharina
Horn geb.
Heep
*?
?
†?
?
Christian

Rick
*?
Dorchh.?
†?
Dorchheim
Margarethe
Rick geb.
Jansen
*?
?
†?
?
Johannes

Scherer
*?
?
†?
?
Anna
Sche. geb. Max
*?
?
†?
?
Friedrich

Gotthard
*?
?
†?
?
Barbara
Gott. geb.
Blank
*?
?
†?
?
Johann Christian
Quernheim
*1778
Irmtraut
†1865
Irmtraut
Anna
Que. geb.
Nonn
*1789
Dorchheim
†1815 Irmtraut?
Johann Georg
Kreckel
*1787
Irmtraut
†1855
?
Anna Mar.
Kre. geb.
Quernh.
*1782
Irmtraut
†1839
Waldernb.
Johann

Schultheiss
*1785
Dorchheim
†1836
Dorchheim
Anna Ka.
Schu.. geb.
Abel
*?
?
†?
?
Johannes

Nonn
*1813
Dorchheim
†1868
?
Elisabeth
Nonn geb.
Kreckel
*?
*?
†1859
?
Johannes
Horn
*1813 Oberzeuzheim
†?
Katharina Horn
geb. Rick
*1820 Dorchheim
†1892 Dorchheim
Johann
Scherer
*1805 Dorchheim
†1875 Mühlbach
Margarethe Sche.
geb. Gotthardt
*1813 Mühlbach
†1876 Mühlbach
Johann Georg
Quernheim
*1823 Irmtraut
†1894 Irmtraut
Katharina Que.
geb. Kreckel
*1821 Irmtraut?
†1886 Irmtraut
Johann Georg
Schultheiss
Elisabeth Schu.
geb. Nonn
*1821 Dorchheim
†1884 Dorchheim?
Johann Christian
Horn
*1844 Dorchheim
†1922 Dorchheim
Katharina Horn
geb. Scherer
*1853 Mühlbach
†1902 Dorchheim
Georg
Quernheim
*1855 Irmtraut
†1909 Dorchheim
Margarethe Que.
geb. Schultheiß
*1852 Dorchheim
†1928 Dorchheim
Josef
Horn
Christina Horn
geb. Quernheim
Katharina
Quernheim
Elisabetha
Quernheim
Georg
Quernheim
*1885 Dorchheim
†1968 Bad Ems
Margaretha
Quernheim
Anton
Quernheim
*1888 Dorchheim
†1961 Limburg
Johanna?
Abel
*1887 Dorchheim
†1963 Dorchheim
Werner
Horn
*1915
†1981
Norbert Georg
Horn
*1911 Dorchheim
†1986 Dorchheim
Anni Horn
geb. Potsch
*1929 Heinrichswald
Wendelin Anton
Horn
*1912 Dorchheim †1945 Groß Kölzig
Erhard Josef
Horn
*1915 Dorchheim
†1938 Spanien
Hilda
Horn
*1917 Dorchheim
†2001 Frankfurt aM
Angela Heep
geb. Horn
*1922 Dorchheim
†2007 Langendb.
Toni
Heep
*1924 Langendb.?
†2014 Langendb.
Hildegard
Quernheim
*1920 Dorchheim
†1978 Dorchheim
Toni?
Will
*?
†?
Gerlinde Weil
geb. Horn
*1948 Dorchheim
Christa Schuch-
hard geb. Horn
*1950 Dorchheim
Inge Schork
geb. Horn
*1953 Dorchheim
Barbara Jung
geb. Horn
*1955 Dorchheim
Franz Georg
Horn
*1956 Hadamar
Norbert Anton
Horn
*1960 Dorchheim
Alexander
Horn
*1962 Dorchheim
†2016 Limburg
Erhard
Heep
*1954 Langendb.
†2015 Langendb.
Toni
Heep
*19??
Ulrich
Heep
*19??
Maria Hummer
geb. Quernh.
*1937 Dorchheim
†?


Links: Geburten-, Ehe-, Sterberegister Frickhofen 1874-1955 und Dorchheim 1907-1955

Norbert Georg Horn (1911-1986)

Abiturient, Bauer, Soldat, Journalist, Hilfsarbeiter und nicht zuletzt Historiker

 Unser Vater (mitte) mit seinen Brüdern Erhard (links) und Wendelin (rechts). Das Foto entstand im ersten Weltkrieg, der Vater war Soldat, und das Festtagsgewand der Kinder war, der aktuellen Mode und der allgemeinen Kriegsbegeisterung entsprechend, der Matrosenanzug.
  Norbert Horn wurde 1911 als erste Kind von Georg Horn und Christine Horn geborene Quernheim geboren. Im folgenden noch die Brüder Wendelin und Erhard, weiterhin die Schwesten Hilda und Angela.
  Als unser Vater 1986 die Augen für immer verschloss, ging ein Leben zu Ende, in dem das Schicksal als seine Facetten ausgelebt hat. In der hoffnung von einem besseren Deutschland hat man sich vom Nationalsozialismus blenden lassen und stand nach dem Krieg
 Hochzeitsfoto 1948
vor einem Scherbenhaufen.......
 Das Foto enstand 1957
 Wenn sich jemand so ungern fotografieren lässt, ist schon sein Passfoto von gewissem Wert.

Georg Horn (12.08.1881-07.11.1945)

Der Vater von Norbert Horn und die verlorenen Kriege

 Auf dem Foto von 1915 erkennen wir Georg Horn als Zweitletzten von links in der hinteren Reihe. Dafür, dass seine Frau sich zuhause mit der Landwirtschaft, zwei kleinen Kindern und einem Säugling herum schlagen muss, wirkt Georg auf dem Foto doch recht entspannt.
 Das Foto von Georg Horn entstand ungefähr 1910, es könnte sich um ein Hochzeitsfoto handeln.
 Der dorchheimer Landwirtssohn Georg Horn übernahm die Landwirtschaft seiner Eltern und durch seine Heirat mit der dorchheimer Landwirtstocher Christina Quernheim wurde diese, getreu dem Vorsatz "Sach bei Sach", noch erheblich erweitert. So kam, unter anderem, die von seinem Schwiegervater Georg Quernheim erbaute und für damalige Verhältnisse recht große Scheune hinzu, die später von seinem Sohn Norbert und dessen Ehefrau Anni zum Wohnhaus umgebaut wurde (heute Dorchheim Dorfstraße 19). Auch dem Gemeindevorstand von Dorchheim soll er als streitbareres Mitglied angehöhrt haben.

 Das Nachträglich von der NS-Propaganda verliehen "Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer" des ersten Weltkrieges, verfehlte natürlich nicht die beabsichtigte Wirkung.
 Aber nicht die Landwirtschaft, sondern die Schmach des verlorenen Krieges waren Antriebfeder für sein gesellschaftliches Engagement. So treffen wir ihn in der Heimatgeschichte schon in der Weimarer Zeit, als leidenschaftlichen Werber für den Reitersturms der SA an.

 Als aktiver Soldat des 1. Weltkrieges, stand man auf der Seite derer, die noch zwei Rechnungen offen hatten. Die erste mit dem Erbfeind Frankreich und die zweite mit der eigenen Regierung. Die Franzosen hatten das deutsche Reich mit dem Versailler-Vertrag bis ins Mark gedemütigt und die eigene Regierung hatte mit der Akzeptanz dieses Vertrages das eigene Volk verraten. Mit den Nationalsoziallisten kam dann die Chance und als man dann noch 1934 für die Weltkriegsteilnahme von den Nazis ausgezeichnet wurde, war klar, wen man unterstützen musste, um wieder Gerechtigkeit in die Weltgeschichte zu bringen.

 Als 1945 der Spuk vorüber war, hatte man neben dem zweiten verlorenen Krieg auch zwei Söhne zu betrauern.

 Welche Schuld hatte man auf sich geladen? Der jüngste Sohn Erhard war gefallen und der mittlere Sohn Wendelin galt als vermisst, erst 11 Jahre nach dem Krieg sollte sich bestätigen, dass auch dieser gefallen war, zu diesem Zeitpunkt waren aber seine Eltern schon gestorben. Ein halbes Jahr nach Kriegsende starb Georg Horn im alter von 66 Jahren unter mysteriösen Umständen.

Christine Horn geb. Quernheim (03.07.1880-15.02.1951)

Die Mutter von Norbert als ruhender Pol der Familie?

 Georg war der Vater von Christine, mit ihm kam der Name Quernheim von Irmtraut nach Dorcheim, sollte dort aber nur eine Generation überleben
 Das Foto von Christine Horn geb. Quernheim entstand ungefähr 1910, es könnte sich um ein Hochzeitsfoto handeln.
 Geboren in Dorchheim im Niederdorf Nr. 44 als Kind von Georg Quernheim und Margarethe Quernheim geborene Schultheiss. Ihr Elternhaus war der Südliche von zwei direkt an die östliche Friedhofsmauer angrenzenden Bauernhöfe. Ein große Scheune mit Stall, ein eingestürzes Haus und einige Morgen Land waren die Mitgift aus dem Hause Quernheim.

Erhard Josef Horn (17.01.1915-26.06.1938)

Der jüngste Bruder war der erste gefallene aus Dorchheim, mit erst 23 Jahren

 Satzstellung und Wortwahl tragen eindeutig die Handschrift von Norbert Horn
 In meinen Kindheitserinnerungen sehe ich den Grabstein von meinem Onkel Erhard immer noch als den größten vom ganzen Friedhof.
  Der jüngste Bruder von Norbert war der einzige der eine Lehre absolvierte. Nach seine Lehre als Stuckateur war es ihm nicht möglich eine feste Arbeitsstelle zu bekommen und so reiste er bis an den Bodensee um eine Arbeitsstelle zu finden, aber auch diese Reise war nicht von Erfolg gekrönt. Die Einberufung in den Reichsarbeitsdienst Oktober 1935 beendete seine Arbeitslosigkeit, aber für ihn stand fest, schnellst möglich bei der Wehrmacht sein Auskommen zu finden, um so seinem Volk und Vaterland zu dienen. Ob seine Familie beziehungsweise sein Vater die Entscheidung beeinflussten ist wahrschein.

  Im Oktober 1936 rückte er dann in das Flakregiment 24 in Menden ein. Nach einem Jahr Dienstzeit, wieder im Oktober, kam er dann zur Legion Condor nach Spanien wo er laut Totenbild "7 Monate als furchtloser Kämpfer" teilnahm.

  Hier in Spanien (Einheit: F/88) fiel Erhard am 26.06.1938 als Gefreiter, auf der Straße (CV-20) zwischen Villarreal (Vila-real) und Onda (60 km nördlich von Valencia), durch einen Artillerievolltreffer zwei Tage vor seinem Heimaturlaub.

  Der Blumen überhäufte Zinksarg wurde vor der Scheune seines Geburtshauses aufgebahrt. Mit Fackeln stand eine Ehrenwache der Wehrmacht die letzte Nacht vor der Beerdigung an seinem Sarg und am nächsten Tag wurde er von einer Militärkappelle und einer riesigen Menge an Trauergästen auf den Friedhof begleitet. Zeitzeugen sprachen von der größten Beerdigung die Dorchheim jemals gesehen habe und so wurde Wendelin Horn noch im Tot für die geniale Propaganda der NSDAP und deren Kriegsabsichten missbraucht.

  30 Jahre später, als man das Grab vor dem Einebnen wieder ausgrub, wollte sich Norbert den Schädel seines Bruders sichern, was seine Frau Anni aber zu verhindern wusste.


Wendelin Horn (29.10.2012-18.04.1945)

Der mittlere der Brüder ist als wahrscheinlich letzter Dorchheimer 21 Tage vor Kriegsende gefallen

 Erst 1956 wurde es für die Angehörigen zur Gewissheit, dass Wendlin gefallen war. Zu diesem Zeitpunkt war seine Mutter Christine schon 4 und sein Vater 11 Jahre tot.
 Wendelin wurde 1943, schwer verletzt, mit einem der letzten Krankentransporte, aus Stalingrad ausgeflogen. Wieder genesen war sein letzter Einsatzort Groß Kölzig in der Lausitz. Seine Einheit war ein Teil der 9. Armee.
  Die Rote Armee war mit ca. 2,5 Millionen Soldaten an der Oder und Neiße aufmarschiert und am 16.04.1945 bekann der letzte Großangriff, der unter dem Begriff "Schlacht um Berlin" in die Geschichtschreibung eingegangen ist. Der 1. Ukrainischen Front unter Marschall Konew gelang im Süden der rasche Durchbruch durch die deutsche Verteidigungslinie an der Lausitzer Neiße, südlich Cottbus bei Spremberg (hier liegt Groß Kölzig).
  Am 16/17.04.1945 kam es zu Kampfhandlungen in Groß Kölzig, die 70 Jahre später, in einem Artikel der Lausitzer Rundschau vom 20.04.2015, wie folgt beschrieben werden (das Bild ist nicht aus dem Artikel):
 Wendelin, mit Adolf Oppermann bei einer sonntäglichen Kutschfahrt mit Schlips und Kragen und in Begleitung von zwei unbekannten Damen im Jahr 1938.

Das Birkenwäldchen wurde zum Massengrab


 Massengrab in Groß Kölzig von den ermordeten Soldaten. In der siebtletzten Reihe steht:
"HORN WENDELIN OGEFR. 29.10.2012-18.04.1945
Groß Kölziger erinnern an die Kämpfe im April 1945
 Das beschauliche Groß Kölzig ist am Ende des Zweiten Weltkrieges Schauplatz einer blutigen Tragödie geworden. Wenn Wolfgang Grätz über das Birkenwäldchen spricht, bittet der 78-Jährige seine Zuhörer um Ruhe.
  Was sich dort am Vormittag des 17. April 1945 ereignet hatte, weckt in dem pensionierten Lehrer besondere Emotionen. Grätz, der in der Mannschaft der Groß Kölziger Heimatstube tätig ist und sich als Gästeführer im Muskauer Faltenbogen engagiert, spricht von einer der "größten Tragödien zum Ende des Krieges in der Region"
Blutige Tragödie
 "An jenem Dienstag", so erzählt Wolfgang Grätz, "stürmten die sowjetischen Soldaten vom Sportplatz und von der Dorfstraße in diesen Wald. Dort lagen die Deutschen, die meisten keine 18 Jahre alt. Sie wurden von den Russen sofort erschossen, niedergeschlagen, abgestochen. Die verwundeten Soldaten im nahen Sanitätsbunker sind mittels Flammenwerfer ausgeräuchert worden." Grätz hat recherchiert, dass knapp 80 deutsche und 20 bis 30 russische Soldaten bei diesem Massaker ihr Leben verloren. Der damals Achtjährige, der nur einen Steinwurf vom Birkenwäldchen entfernt wohnte und dort bis heute lebt, sei zu jenem Zeitpunkt mit seiner Mutter und dem jüngeren Bruder bereits auf der Flucht vor der Front gewesen. Später habe Gerhard Rogenz, der das Geschehen aus einem Keller beobachtete, von dieser Tragödie berichtet.
 Heute erinnert nur noch wenig an das Grauen von vor 70 Jahren. Das Birkenwäldchen hatte sich bereits in den Jahren 1956/1957 zu einer Wohnsiedlung gewandelt. An der Bahnhofstraße steht noch eine alte Kiefer, deren Stamm vom Einschlag eines Geschosses kündet.
 Anlässlich der 70. Wiederkehr des Kriegsendes in Groß Kölzig hatte das Team der Heimatstube die Einwohner zu einem Vortrag und zu einer Exkursion zu den Schauplätzen geladen. Weit über 100 Gäste begaben sich auf Spurensuche. Warum ausgerechnet die Industriegemeinde Groß Kölzig am 16. und 17. April 1945 so umkämpft war, erklärt Heimathistoriker Hans-Jürgen Paulig so: "Entlang der Neiße befand sich die erste Verteidigungsstellung der Deutschen, an der Bahn von Forst nach Weißwasser die zweite und an der Spree die dritte. Und in Kölzig wurde erbitterter Widerstand geleistet." Soldaten wie Zivilisten waren angesichts des schnellen Vorstoßes der Sowjets gleichermaßen überrascht. Von der zehn bis zwölf Kilometer entfernten Neiße brauchten diese nur zwei bis drei Stunden bis Groß Kölzig. Aufgrund der etwas erhöhten Lage des Ortes hatten die Deutschen eine gute Sicht. "Sobald der Feind aus den Wäldern kam, wurde er niedergemäht", erklärt Paulig. Doch die Rote Armee überrannte am Ende den Ort regelrecht.
Zeitzeugen berichten
 Ältester Zeitzeuge während der Gedenkwanderung war der 84-jährige Rudi Krüger. Er erlebte als 14-Jähriger mit, wie die Rotarmisten in sein Haus im Conradgrubenweg eindrangen. Dann mussten sich alle Bewohner des Hauses an die Wand stellen. "Erschossen wurde dort zum Glück niemand", berichtet er.
 Nach "nur" 36 Stunden waren am 17. April 1945 die Kämpfe um Groß Kölzig vorbei. Die Sowjets wollten schließlich schnell nach Berlin.


Tipps für weitere recherchen:
Witwe Abel geborene Staudt > Rick Sterberegister Frickhofen
Wilhelm Horn Sterberegister Niederzeuzheim Nr.34 1875
Händler Georg Horn geb. ca 1869 Trautzeuge 1914 bei Johannes Blank Nr6