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  Eingestellt: 09.03.2017; Verfasser: Franz Horn; (Entwurf)


Wie konnte dass Passieren

oder

mein Versagen im Gemeindevorstand





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  Windkraft erfolgreich verhindert


  Geht man im Moment durch den schönen Frickhöfer Wald, zeigt sich ein Bild der Verwüstung und Zerstörung und nicht wenige Bürger bereuen ihre Zustimmung zu diesem Projekt. Überall werden breite Schneisen geschlagen und die Bäume werden den Zufahrtswegen zu den einzelnen Windkraftwerken geopfert.

  Mit ihrer Entscheidung zum Projekt Windkraft haben es sich die Ortschaften Dornburg und Waldbrunn sicher nicht leichtgemacht, und auch die Bürger, mit ihrem Votum eingebunden (85% stimmten für die Windkraft). Wenn man aber des kleinen 1x1 mächtig ist, muss man zum Wohle der eigenen Gemeinde, alle Hebel in Bewegung setzten, um auch an diesem Projekt beteiligt zu werden. Die negativen Auswirkungen haben wir so oder so, es ist nämlich ziemlich egal ob diese Anlagen nun 100m hinter der Gemeindegrenze liegen oder auf Gemeinde Boden, nur die positiven Aspekte für die Gemeindekasse sind dann ganz andere. Rings um Elbtal werden also nun Windkraftwerke gebaut, nur Elbtal geht leer aus, obwohl wir auch geeignete Standorte gehabt hätte.

  Wir wollen hier einmal auf das Versagen der Gemeindegremien eingehen. Jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob man den Gemeindewald mit diesen Riesen verunstalten will oder nicht. Der damalige Elbtaler Bürgermeister hat auch keinen Hehl daraus gemacht, dass diese Dinger eigentlich nicht in sein ästhetisches Bild über den heimischen Wald passen.

  Aber wie kam es dazu das einer allein die Elbtaler Windkraft aushebeln konnte.
  Am .... wurde, von dem damaligen Bürgermeister Lenz, dem Gemeindevorstand die Firma Enercon als Inverstor für die zu bauenden Anlagen vorgestellt. Auf meinen Einwand, dass die Firma Enercon, die ich in Aurich schon Persönlich besucht habe, kein Investor sei, sondern ein Hersteller von Windkraftwerken, und zwar meines Erachtens die besten, die zurzeit auf dem Markt sind, wurde mir Unkenntnis der Aktuellen Lage bescheinigt. Ein Anruf am nächsten Tag bei der Firma Enercon ergab aber, dass diese in keiner Weise als Inverstor auftreten würden. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem bevorzugten Investor um ein Ostdeutsches Unternehmen namens ENERTRAG handelt, dass Unternehmen, das später die umliegenden Gemeinden uns gegenüber bevorteilen sollte und das im Prinzip die gleichen Geschäftsmodelle in punkto Windkraft hat, wie das heimische Unternehmen Stillger und Stahl. Ob diese Verwechslung zwischen ENERTRAG und Enercon mutmaßlich oder versehentlich zustande kam, ist für mich absolut unerheblich, wobei mutmaßlich natürlich eine andere Dimension hätte.

  In der Folge habe ich mich an Herrn Stahl von der Firma Stillger & Stahl mit der Frage gewandt, ob sie kein Interesse hätten, als Investor für Elbtaler Windkraftwerke aufzutreten. Bei der absolut seriösen Firma Stillger & Stahl handelt es sich um die Firma, die auch als Inverstor der ersten Windkraftwerke nördlich von Dorndorf auftraten. Damals ist es den Dorndorfer so ergangen, wie uns heute: Da sie diese Windräder nicht haben wollten, wurden die Standorte kurzerhand hinter die Gemeindegrenze gelegt ....
  Mit absolutem Interesse und mit der Zusage von Herrn Stahl, sein Konzept dem Gemeinderat Persönlich vorzustellen, verlies ich den Max-Value-Tower am ICE-Bahnhof in Limburg. Bei der nächsten Sitzung habe ich dann euphorisch meine neuen Erkenntnisse dem Gemeinderat vorgetragen und bin zu meinem Entsetzten auf die völlige, für mich unverständliche, Ablehnung seitens Bürgermeister Lenz gestoßen.

  Der Unterschied zwischen ENERTRAG und Stillger & Stahl:
  1. Stillger & Stahl haben ihren Sitz im Kreis Limburg-Weilburg, es gibt eine Reihe von Gründen um, bei gleichen Konditionen, das heimische Unternehmen zu bevorzugen.
  2. Stillger und Stahl wenden sich vorrangig an heimische Bürger, die als Investoren Mitbesitzer der Windkraftanlagen werden können.
  3. Stillger und Stahl hätte nur Enercon-Anlagen aufgestellt, die zwar teurer sind, aber weniger Störanfällig und ohne Getriebe, was im Unfallbereich ein geringeres Risiko für die Umwelt darstellt (Getriebeöl usw.).

  Nun geschieht das unfassbare. Auf der nächsten Gemeindevorstandsitzung, auf der Gemeinderatsmitglieder ja kein Rederecht haben, wurde von Herrn Lenz die Firma Stillger & Stahl als Wertpapierhändler der übelsten Sorte dargestellt. Es hörte sich an, als ob unsere Windkraftwerke demnächst in irgendwelchen schwindligen Fonds auf den Cayman Islands gehandelt würden.

  Der Grund, weshalb ich es damals aufgegeben habe, mich dafür einzusetzen, die Firma Stillger & Stahl wenigstens anzuhören, war folgender:
  Mir fehlte es an Unterstützung jeglicher Art, unter anderem auch deshalb, da seiner Zeit die Firma ENERTRAG fast dieselben Konditionen hatte, wie Stillger & Stahl und weil uns gesagt wurde, im Verbund mit den Nachbargemeinden eine bessere Ausgangspositionen zu haben, was sich aber später als sehr blauäugig herausstellte.
  Der Egoismus der einzelnen Gemeinden ist vielleicht moralisch verwerflich aber meines Erachtens völlig normal und trat bei dem Elbtaler "Edeka-Markt" auch offen zu Tage, ein erfahrener Kommunalpolitiker hätte zumindest damit rechnen können, dass hier nicht immer mit offenen Karten gespielt wird.

  Im Nachhinein hat sich dies als mein bisher größter Fehler als Gemeinderatsmitglied herausgestellt, ich habe damals allerdings nicht damit gerechnet, dass sich alle Gremien sich so manipulieren lassen.

  Als letztes sei noch gesagt, dass das Vorhaben Windkraft in Elbtal mit der Fa. Stilger und Stahl wesentlich schneller verwirklicht worden währe, da dieser Firma die Eckdaten über die Windverhältnisse schon bekannt waren.

  Es gäbe noch viel zu schreiben, von toten Vögeln, von Schwarzstörchen und Eulen, aber wir wollen es hiermit belassen nur eine Frage interessiert mich noch brennend: seit zwei Jahren habe ich den Schwarzstorch im Elbbachtal nicht mehr gesehen, ist im was zugestoßen, weiß jemand ob er noch lebt? Hat ihn etwa die Windkraftmafia gemeuchelt und uns dafür ein Kuckucksei in den Steinbruch gelegt?





  Weiterführende Informationen:

  Auf der Homepage der Gemeinde Dornburg ist eine interesannte PDF eingestellt, hier wird (Seite 43) auf den Uhu im Elbgründer Steinbruch hingewiesen, den zwar Sprengungen im Steinbruch nicht schrecken aber der Grund liefert das Windkraftgebiet nur bis zur Elbgründer Gemarkunsgrenze (Seite 8) festzulegen:
Antworten Fragen Bürgerinformationsveranstaltung vom 05.09.2016 in Hausen

  Wer sich auch mal über die Kehrseite der Medallie informieren will, dem sei folgende Seite über den Hauser Wald wärmstens empfohlen:
Interessengemeinschaft Gegenwind Hauser Wald
  Außer der Ästhetik gibt es nämlich noch viel gewichtigtere Gründe, die gegen eine solche Ansammlung von Windrädern, vor allem im Mischwald, sprechen. Das Studium dieser Seite hat mich genauso ins Grübeln gebracht, wie seiner Zeit der Vortrag von Michael Meier im Gemeindevorstand über den Elbtaler Rasenplatz.